Nervenkompressionen an Hand und Arm können sich durch Taubheitsgefühl, Kribbeln, Schmerz oder Kraftverlust äußern. Welche Finger betroffen sind und durch welche Bewegungen sich die Beschwerden verstärken, hilft, den Ort des Problems zu bestimmen. Nicht jedes Taubheitsgefühl beruht auf einer einzelnen Nervenkompression.
Nicht jedes Taubheitsgefühl in der Hand geht vom Handgelenk aus
Beschwerden an Hand und Arm können an unterschiedlichen Stellen entlang des Nervenverlaufs vom Hals bis zur Hand auftreten. Lokale Kompressionen am Handgelenk, Ellenbogen oder Unterarm müssen von Problemen mit Ursprung im Hals sowie von generalisierten Neuropathien unterschieden werden. Schmerz, Taubheitsgefühl und Kraftverlust weisen nicht immer auf dieselbe Ursache hin.
Warum ist die Verteilung der Symptome wichtig?
- Bei Taubheitsgefühl auf der Daumenseite werden die vom Nervus medianus durchlaufenen Bereiche untersucht.
- Bei Beschwerden auf der Seite des kleinen Fingers wird der Nervus ulnaris beurteilt.
- Bei Schwierigkeiten, Handgelenk oder Finger anzuheben, wird die Funktion der für diese Bewegung zuständigen Nerven untersucht.
Ob die Beschwerde nur an einer Hand oder an beiden Händen auftritt sowie ihr Zusammenhang mit Nackenbewegungen, Arbeitshaltung oder nächtlichem Schlaf leiten die Beurteilung.
Zweck von Untersuchung und Tests
Sensibilität, Muskelkraft und Reflexe werden untersucht. Bei Bedarf werden EMG und Nervenleitungstests, Bildgebung oder Bluttests angefordert. Ziel ist nicht nur, einem einzelnen Testergebnis eine Bezeichnung zu geben, sondern die Ursache der Beschwerde und ihre Auswirkung auf die Alltagsfunktion zu bestimmen.
Wie wird die Behandlung ausgewählt?
Bei lokaler Kompression können die Anpassung von Arbeits- und Ruhehaltungen, geeignete Hilfsmittel und Rehabilitation in Betracht gezogen werden. Bei anhaltender Kompression oder fortschreitendem Funktionsverlust rücken chirurgische Optionen in den Vordergrund. Liegt eine Grunderkrankung wie Diabetes mit ausgedehnter Nervenbeteiligung vor, umfasst die Behandlung auch diese.
Wann ist eine Beurteilung ohne Verzögerung erforderlich?
Bei zunehmendem Kraftverlust, Muskelschwund oder dauerhaft verminderter Sensibilität sollte eine Untersuchung geplant werden. Geht eine plötzlich einsetzende einseitige Armschwäche mit einem hängenden Mundwinkel oder Sprachstörungen einher, muss die 112 gerufen werden.
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Diese Ursachen werden auf den Seiten Karpaltunnel, Ulnarisnervenkompression und diabetische Neuropathie jeweils gesondert behandelt.
Häufig gestellte Fragen
Nein. Auch der Ellenbogen, der Hals oder generalisierte Nervenerkrankungen können ähnliche Beschwerden verursachen; eine Untersuchung ist erforderlich.
Quellen und Hinweise
Dieser Inhalt dient nur der allgemeinen Information; er ersetzt keine persönliche Diagnose, Behandlungsempfehlung oder ärztliche Untersuchung. Die Anwendbarkeit der Empfehlungen aus diesen Quellen hängt von Ihrer individuellen Situation und lokalen Gepflogenheiten ab.